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Daumois
Oleanda!
mit links
z tod gfiacht
Warz und Schweiß
In Himmö
Auftritte

 

 

Michael Ternai, "music austria", 22. 7. 2022

Seit vielen Jahren nun schon stellen sich Trio Lepschi mit Erfolg in den Dienst der Erneuerung des Wienerlieds. Stefan Slupetzky (Gesang, Säge, Posaune, Mundharmonika, Text, Komposition), Martin Zrost (Gesang, Gitarre, Klarinette, Saxophon, Arrangement, Text, Komposition) und Michael Kunz (Gesang, Gitarre, Bass, Akkordeon, Percussion, Komposition) zeigen auf ihrem neuen Album „Daumois“ einmal mehr alle ihre Qualitäten. Wie schon in der Vergangenheit interpretiert das Dreiergespann das Wienerlied mit eigenem Ton und auf eine musikalisch sehr vielfältige Art und Weise.

Es wird auf dem Album geschunkelt („Daumois“), leichtfüßig getänzelt („Warum mich alle Gegenstände hassen“), sich auf schönste herzerwärmende Weise dem melancholischen Klang hingegeben („Friedhof der Namenlosen“) und auch experimentiert („Per Se“). Trio Lepschi gelingt es, den Nummern ihren eigenen klanglichen Charakter zu verleihen, diesen eine immer andere Richtung zu geben, wodurch sich keinerlei Wiederholungen einstellen. Die Lieder erzählen alle ihre eigenen Geschichten, immer gespickt mit einer Prise Humor und etwas Grantlertum, aber auch mit kritischem Unterton. Die musikalische Leichtigkeit und der Schmäh sind hier mit Tiefgang angereichert, man fühlt sich bei Durchhören des Albums bestens unterhalten, zart berührt wie auch zum Nachdenken angeregt.

Trio Lepschi zeigen auf ihrem neuen Album, dass sie absolut nichts verlernt haben und immer noch den Ton treffen, bei dem man einfach mitmuss. „Daumois“ ist ein Stück Musik voller spannender Facetten und unterschiedlicher Akzente, die immer wieder Neues entdecken lassen. Sehr empfehlenswert!

 

Gerald Schmickl, "Wiener Zeitung", 22. 8. 2022

Abgründige Poesie

"Es gibt, des muass mar amoi sogn, zu vüle Musikaundn. / I söwa hob von Musizian nie wiaklich wos vaschtaundn", heißt es in "G-Dur A-Moll" - und ist natürlich heillos übertrieben. Denn vom Musizieren - in nahezu allen Spielarten - versteht das Wiener Trio Lepschi in Wirklichkeit unglaublich viel, wie auch ihr neues Album, "Daumois", überzeugend zeigt. Einmal mehr wird hinreißend gesungen (auch von der Säge), geschramm(el)t, gedudelt und mit süßer Klarinette tiriliert.

Mindestens so viel, vielleicht sogar noch ein bissl mehr, verstehen sich die drei - vor allem Stefan Slupetzky und Martin Zrost (während Michael Kunz sich aufs gekonnte Musizieren und Komponieren beschränkt) - noch aufs Texten. Und so sind die 14 neuen Lieder wiederum voll herrlicher Wortspiele, Sprachwitz, Kalauer, kurzum Glanzstücke jener teils heiteren, teil schwarzen Wiener Poesie, wie sie seit H.C. Artmann so kreativ und hinterfotzig kaum wer anderer zum Ausdruck bringt. Zum Hören und Mitlesen ein gleichermaßen erhebendes wie abgründiges Vergnügen.

 

Gerhard Stöger, "Falter", 13. 7. 2022

2010 gegründet, ist das Trio Lepschi längst ein alter Hase des Neuen Wienerlieds; die gepflegte Fadesse allzu großer Routiniertheit umschifft es weiterhin erfolgreich. Unangestrengt sprachverliebt, rennt in diesen 14 Liedern der Schmäh, teils rein humorig, dann wieder schön doppelbödig oder in kritischer Absicht, und zwischendrin überrascht eine zarte Ballade. Die akustische Begleitmusik bleibt aufs Nötigste reduziert, dabei aber ansprechend beweglich.

 

Johann Kneihs, "Spielräume", Ö1, 5. 7. 2022

Seit zwölf Jahren zählt es zu den unverzichtbaren Repräsentanten des Neuen Wienerlieds - welche Zuordnung sich ebenso gut in Frage stellen und behaupten ließe, dass Trio Lepschi habe sein eigenes Genre erfunden. In manchmal miniaturartig verdichteten Text-Musik-Gebilden, akustischen Two-Minute-Sculptures, folgen Michael Kunz, Stefan Slupetzky und Martin Zrost mit unerbittlicher Konsequenz nichts als dem, was sich aus einer Idee ergibt.

Die vierzehn neuen - oder in gewisser Weise alten? - Lieder spüren, wie der Titel verrät, einer Zeit nach, in der alles besser war: in der es keine Lüge und keine Habsucht gab, weder Kriege noch Seuchen, als Gerechtigkeit und Frohsinn herrschten und etwa in Wien noch ehrbare Berufe existierten wie der Stefansdomkapelletaschlziaga.